Betrachtet man den Laufsport als Wettkampf, also mit dem Hintergrund, wer auf einer bestimmten Strecke die schnellste Zeit läuft, so kann man den Sport entweder nach der zurückgelegten Distanz oder der Art der Fortbewegung in verschiedene Kategorien einteilen. Diese erfordern dabei unterschiedliche sportliche Stärken, unterschiedliche Taktiken und Trainingsmethoden.

Veranstaltungen nach Laufarten

Eine Möglichkeit des Wettkampfes ist das Rennen auf einer Laufbahn, wobei Athleten über eine bestimmte Distanz auf einer ovalen Laufstrecke laufen, die sich entweder in einer Halle oder einem Stadion befindet. Hier gibt es zwei Variationen zum üblichen Lauf: Der Hürdenlauf, wobei die Sportler während des Rennens zusätzlich über Hürden springen müssen und der Staffellauf, wobei ein Team an Athleten läuft, das den Stab von einem zum anderen passen muss. Renndistanzen auf einer Laufbahn variieren von 60 Metern bis zu 10,000 Metern.

Eine andere Möglichkeit des Wettkampfes ist der Straßenlauf, der auf einer gemessenen Strecke auf einer regulären Verkehrsstraße stattfindet. Hierbei werden Distanzen von 5 Kilometern bis zu längeren Strecken wie Halbmarathons und Marathons zurückgelegt.

Der Geländelauf ist die dritte Möglichkeit eines Laufwettbewerbes. Hierbei wird über das offene Gelände gelaufen, welches Gras, Schlamm, Wälder, Hügel, flachen Boden und Wasser vereinen kann. Es ist ein beliebter Sport und auch einige Videospiele und Spielautomaten haben dieses Thema aufgegriffen.

Veranstaltungen nach Entfernung

Kurzstrecke: Läufe bis maximal 400 Meter Länge werden als Sprint bezeichnet und gehören zu den ältesten Wettkämpfen überhaupt. Bei den ersten 13 Olympischen Spielen der Antike gab es lediglich ein Kurzstreckenrennen – das Stadionrennen. Ein Rennen von einem Ende des Stadions zum anderen war. Bei den Olympischen Spielen der Neuzeit gibt es insgesamt drei Sprint-Veranstaltungen. 100 Meter, 200 Meter und 400 Meter Rennen. Diese Distanzen haben ihre Wurzeln in britischen Maßangaben, die später zu metrischen geändert wurden. Die 100 Meter entwickelten sich aus dem 100-Yard-Schuss, die 200 Meter Distanzen kamen aus dem Furlong (oder 1/8 einer Meile) und die 400 Meter war der Nachfolger des 440 Yard oder Viertel-Meilen-Rennens.

Die typischen Sprintstrecken sind bei Frauen wie Männern gleich. Die Männer laufen diese Strecken allerdings von Beginn an, während bei den Fraün die 100 Meter Distanz erst im Jahre 1928, die 200 Meter Distanz weitere zwanzig Jahre später, und die anderen beiden Distanzen erst bei den olympischen Sommerspielen 1960 beziehungsweise 1964 hinzukamen.

Mittelstrecke: Bei Läufen zwischen800 Metern und einer englischen Meile (1,609 Metern) spricht man von einem Mittelstreckenlauf. Die Standard-Mittelstrecken sind die 800 Meter, 1500 Meter und der 1-Meilen-Lauf. Der 880 Yard-Lauf, oder halbe Meile, war der Vorläufer der 800 Meter Distanz und hat seine Wurzeln in Wettbewerben im Vereinigten Königreich in den 1830er Jahren. Die 1500 Meter Distanz wurde hingegen infolge von drei Runden einer 500 Meter langen Strecke zum Standard, die in den 1900er Jahren in Kontinentaleuropa üblich war.

Langstrecke: Läufe oberhalb einer Meile werden als Langstrecke bezeichnet und waren jahrzehntelang ein reiner Männerwettbewerb. Der Marathon ist dabei die wohl bekannteste Laufdisziplin. Für die Männer seit der ersten Olympiade der Neuzeit im Jahre 1896, während die Frauen erst seit den 1984er Spielen ihren Marathon über dieselbe Distanz laufen. Läufe über größere Distanzen als der Marathonlauf werden als Ultramarathon bezeichnet. Auch das 20-km-Gehen, noch recht neu im Olympischen Sportprogramm, war bis zum Jahr 2000 erst einmal eine Männerdisziplin. Das 50-km-Gehen ist der aktuell einzige Laufwettbewerb, der den Männern vorbehalten ist. Seit den Olympischen Spielen 1932 wird ohne Unterbrechung bis heute diese Distanz gegangen.